Allgemeine Erkrankungen des Auges

Allgemeine Erkrankungen und ihre Auswirkungen
auf Augen und Sehkraft

Diabetes, Bluthochdruck, Rheuma, Multiple Sklerose, Schilddrüsenerkrankungen

Viele Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen u.a. wirken sich auch auf die Augen aus. Sie können zu dauerhaften Veränderungen bis hin zur Erblindung führen. Häufig ist die Netzhaut davon betroffen, daher gehört bei bestehenden Allgemeinerkrankungen immer eine regelmäßige, mindestens jährliche, Augenhintergrund-Untersuchung beim Augenarzt dazu. Denn je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.

Diabetes

Bei Diabetes ist das Risiko für eine Schädigung des Auges hoch. Kritisch ist vor allem die Netzhaut – es kann durch Einblutungen oder Wassereinlagerungen an der Netzhautmitte (Makulaödem) zu einer Verschlechterung der Sehkraft kommen. Auch Grauer Star, Trockenes Auge oder Veränderungen auf der Iris werden häufig durch Diabetes mitverursacht. Der Augenarzt kann mithilfe von Laserbehandlungen der Netzhaut das Blutungsrisiko mindern. Spritzentherapien in den Glaskörper können die Veränderungen der Netzhautmitte zurückdrängen. Wichtig ist eine gute Einstellung des Diabetes in enger Abstimmung zwischen Hausarzt/Internist und Augenarzt und mindestens jährliche Kontrollen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck führt zunächst zur Engstellung der Arterien und Arteriolen. Später kann es zu Blutungen, Einlagerungen auf der Netzhaut oder einer Schwellung des Sehnervenkopfes kommen, einhergehend mit einer Sehverschlechterung. Auch das Risiko für Gefäßverschlüsse ist bei Bluthochdruck erhöht. Durch eine Augenhintergrund-Untersuchung durch den Augenarzt können feinste Veränderungen meist diagnostiziert werden, bevor die Betroffenen Symptome bemerken. In diesem Stadium ist die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung besonders groß. Bei Bluthochdruck ist eine enge Abstimmung zwischen Hausarzt/Kardiologen und Augenarzt erforderlich.

Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen können vielfältige Augenveränderungen bewirken. Oft haben Patienten ein Sandkorngefühl durch trockene Augen oder Schwellungen der Bindehaut. Kritisch ist eine Anschwellung des Fettgewebes hinter dem Auge, die zum Hervorquellen des Augapfels führen und Doppelbilder sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Augenmuskeln verursachen kann. Auch hier ist bei der Behandlung die Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Endokrinologen wichtig.

Rheuma

Rheumatische Erkrankungen sind sehr vielfältig und können – oft auch nur einseitig – das Auge betreffen. Die Zusammenhänge sind noch nicht eindeutig geklärt. Ein Entzündungszustand des Auges kann sich z.B. durch schlechteres Sehen, Schmerzen oder erhöhten Augeninnendruck bemerkbar machen, bisweilen treten die Symptome schubweise auf. Zur Behandlung kann eine Kortisontherapie hilfreich sein.

Multiple Sklerose

Eine von vielen neurologischen Erkrankungen, die sich am Auge manifestieren können, ist die Multiple Sklerose (MS). Häufig kommt es relativ plötzlich zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit, oft auch nur einseitig. Ursache sind meist Entzündungen am Sehnervenkopf oder im mittleren und hinteren Bereich des Kopfes.  Zur Behandlung wird meist eine Kortisontherapie durchgeführt; auch hier sind regelmäßige Kontrollen und die enge Abstimmung zwischen Augenarzt und dem behandelnden Neurologen wichtig.

Infos

Gut zu wissen

Zur Früherkennung allgemeiner Erkrankungen sind zwei Untersuchungen hilfreich:

  • Die Augenhintergrund-Untersuchung mit Weitstellung der Pupillen: Die feinsten Gefäße in diesem Bereich geben frühzeitig Hinweise auf allgemeine Erkrankungen und lassen auch Rückschlüsse über deren Schwere zu.
  • Die Gefäßanalyse gibt insbesondere Rückschlüsse auf das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt.