Weitere Netzhaut-Erkrankungen

Weitere Netzhaut-Erkrankungen

Retinitis Pigmentosa, Diabetische Retinopathie, Gefäßverschlüsse der Netzhaut, Tumoren der Netz- und Aderhaut und andere

Retinitis Pigmentosa (RP)

Retinitis Pigmentosa (RP) ist ein Sammelbegriff, unter dem alle erblich bedingten, nicht heilbaren Erkrankungen der Netzhaut zusammengefasst werden, die eine Degeneration der Netzhaut zur Folge haben. Charakteristische Zeichen sind Pigmentablagerungen am Augenhintergrund, die zu Beschwerden wie Nachtblindheit, Gesichtsfeldausfällen, Farbsinnstörungen und in schweren Fällen zur Erblindung führen können. Außerdem entwickelt sich häufig bereits im jüngeren Lebensalter ein Grauer Star. Spezialbrillen können zur Verbesserung des Restsehvermögens beitragen.
Die Krankheit bricht meist im Jugendalter oder in den mittleren Lebensjahren aus und verläuft äußerst schleichend über ganze Jahrzehnte hinweg. Eine RP kann schon bei Kindern mit Hilfe eines Elektroretinogramms diagnostiziert werden.  Es gibt derzeit keine Therapie, die das Fortschreiten dieser Erkrankung verhinden oder sie heilen könnte.

Diabetische Retinopathie

Die Diabetische Retinopathie ist eine Folgeerkrankung von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Zu deren Krankheitsbild gehören Veränderungen an den Blutgefäßen dazu, und davon kann auch die Netzhaut betroffen sein: Deren zarte Gefäße sterben dann nach und nach ab. Die Folge sind Sehverschlechterungen bis hin zur Netzhaut-Ablösung.
Bei Erwachsenen entwickelt sich die Diabetische Retinopathie nur langsam, bei Jugendlichen dagegen sehr schnell. Symptome wie Blutungen im Augeninnern werden erst im fortgeschrittenen Stadium spürbar. Um die Krankheit zu verlangsamen, müssen Blutzuckerspiegel und Blutdruck auf Normalwerten gehalten werden. Bei der Behandlung arbeiten Augenarzt und Internist bzw. Hausarzt in der Regel eng zusammen. Eine Heilung ist nach derzeitigem medizinischen Wissensstand nicht möglich. Es gibt aber Behandlungswege, mit der wir eine Verschlechterung der Sehkraft oftmals aufhalten können, z.B. eine Lasertherapie. Diabetiker sollten grundsätzlich einmal jährlich zum Augenarzt gehen, um den Augenhintergrund untersuchen zu lassen.

Gefäßverschlüsse in der Netzhaut

Wenn ein Blutgefäß in der Netzhaut des Auges „verstopft”, führt dies meist zu Verschlechterungen der Sehkraft bis zur Erblindung. Von einem Gefäßverschluss  können sowohl Venen als auch Arterien betroffen sein. Die Ursachen sind meist kardiovaskulärer Natur (zu hoher Blutdruck, gestörter Fettstoffwechsel), manchmal auch Diabetes oder zu hoher Augeninnendruck. Aber auch mögliche rheumatologische Ursachen müssen berücksichtigt werden (Polymyalgia rheumatica) und bedürfen der Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und dem behandlenden Hausarzt bzw. Internist. Diese betreffen überwiegend ältere Frauen und gehen vor der eigentlichen Augenerkrankung bereits mit Beschwerden wie Schwäche, Nachtschweiss, Gewichtsverlust, ein- oder beidseitigem Kopfschmerz, vor allem in der Schläfenregion, u.a. einher.

Retinale Venenverschlüsse

Venöse Verschlüsse der Netzhaut gehen in der Regel mit Einblutungen einher. Zusätzlich können Gefäßwucherungen entstehen, Netzhautödeme oder ein Grüner Star. Der Patient merkt vor allem Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Als Therapie setzen wir als Augenärzte verschiedene Laserbehandlungen ein, mit denen sich einerseits verstopfte Venen öffnen lassen und andererseits weitere Blutungen ins Auge sowie ein Grüner Star verhindert werden. Zusätzlich wird das Blut medikamentös verdünnt.

Retinale Arterienverschlüsse

Wenn ein Blutgerinnsel eine Arterie der Netzhaut verstopft, wird die Sauerstoffversorgung unterbrochen und die Netzhaut erleidet einen Infarkt. Mit dramatischen Folgen: Der Patient erblindet auf dem Auge und/oder ein Teil des Gesichtsfeldes fällt aus. Die Betroffenen erleiden einen plötzlichen partiellen oder vollständigen Verlust ihrer Sehleistung. Handelt es sich um eine kurzfristige Verstopfung, die sich nach rund zehn Minuten wieder auflöst,  ist dies ein Warnsymptom für einen drohenden Schlaganfall und muss umgehend ärztlich abgeklärt werden. Ist der Verschluss dauerhaft und komplett, bleiben nur 48 Stunden Zeit, um wenigstens noch einen Teil der Sehleistung zu retten. Die Chancen, das Sehvermögen wiederherzustellen sind jedoch ausgesprochen gering. Vorbeugung ist also oberstes Gebot.

Tumoren der Netz- und Aderhaut

Veränderungen, die im Gewebe des hinteren Augenabschnitts entstehen, können wie alle Tumoren gut- oder bösartig sein. Nicht immer lässt sich gleich erkennen, um welche Form es sich handelt. Manchmal wird aus einer gutartigen Vorstufe eine bösartige Geschwulst.

Gutartige Veränderungen im Auge:


Retinales Astrozytom

Astrozytome im Auge sind angeborene, gutartige Tumore, die sich nicht bösartig umwandeln. Sie rufen keine Sehstörungen hervor, eine Therapie ist normalerweise nicht erforderlich.

Blutschwämmchen (Hämangiome)
Blutschwämmchen können  auch im Inneren des Auges entstehen. Diese gutartige Wucherung von Blutgefäßen auf der Netzhaut ist vererbbar. Wenn die Veränderungen keine Beschwerden bereiten, benötigt der Patient keine spezielle Behandlung. Nicht selten provozieren Blutschwämmchen jedoch eine flüssigkeitsbedingte Netzhaut-Ablösung, die mit einem Laser oder einer Kältesonde vom Augenarzt behandelt werden muss, um die Sehkraft zu erhalten.

Muttermale und Pigmentveränderungen auf der Netzhaut
Auch im Augeninnern kann ein Muttermal (Naevus) entstehen. Diese seltenen Pigmentflecken sind überwiegend in der stark durchbluteten Aderhaut lokalisiert und durch die darüberliegende transparente Netzhaut zu erkennen. In der Regel verursachen sie zunächst keine Beschwerden. Wie alle Pigmentveränderungen sollten jedoch auch diese Muttermale ein Leben lang regelmäßig ärztlich – in diesem Fall durch den Augenarzt – kontrolliert werden, da in seltenen Fällen aus ihnen ein bösartiger Tumor (Aderhaut-, Iris- oder Ziliarkörpermelanom) entstehen kann.

Infos

Gut zu wissen

  • Wir verfügen in unserer Praxis über modernste Geräte zur Diagnostik von Netzhaut-Erkrankungen. Damit können wir  häufig schon sehr frühe Krankheitsstadien erkennen, bei denen die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie deutlich besser sind als in fortgeschrittenen Stadien. Vorsorge ist unverzichtbar!